Ein paar Informationen zur Pfarreiengemeinschaft

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser!

Schon seit ich Pfarrer in Pfaffenhofen bin, hat mich Pater Alois Gurtner, der Seelsorger der Pfarrgemeinden Affalterbach, Gundamsried und Uttenhofen, ebenso der dazu gehörigen Filialgemeinden Haimpertshofen, Kleinreichertshofen, Eckersberg, Eja und Griesbach daraufhin angesprochen, dass er – wenn es seine Gesundheit erlaubt – bis zu seinem 85. Geburtstag Pfarrer seiner Gemeinden bleiben möchte, es dann aber höchste Zeit für die schon seit vielen Jahren geplante Pfarreiengemeinschaft mit der Stadtpfarrei St. Johannes Baptist, Pfaffenhofen an der Ilm, werde.

Jedes Mal habe ich ihn dazu ermutigt und es ihm völlig offen gelassen, auch über dieses Datum hinaus dort verantwortlicher Gestalter der Seelsorge zu bleiben. Nach Rücksprache mit der Augsburger Bistumsleitung und seiner Ordensoberen wird sein langjähriger Wunsch nun Wirklichkeit. Er tritt in den Ruhestand, bleibt aber in Rufweite – und hilft nach eigener Aussage auch weiterhin gerne mit, allerdings in der ganzen neu entstehenden Seelsorgeeinheit, die schon zu Pfarrer Faulhabers Zeiten immer wieder im Gespräch gewesen ist.

Am 20. Mai gab es nun ein erstes Koordinationstreffen, welches das geplante Miteinander, das zum 1. September Gestalt annimmt, vorbereiten soll. Dr. Thomas Wienhardt von der Abteilung Personal, Organisation und Pastoralentwicklung, die Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte, die amtierenden Kirchenpflegerinnen und -pfleger, die hauptberuflichen Mitarbeitenden in den pastoralen Berufen, Pater Gurtner und Pfarrer Miorin, trafen sich im Pfarrsaal Pfaffenhofen zu einem informativen Begegnungsabend. Themen wie: „Was ist eine Pfarreiengemeinschaft? Warum besteht die Notwendigkeit ihrer Errichtung? Wie sieht dies konkret für unsere Situation aus?“ standen auf der Tagesordnung. Nach einem Kurzreferat von Dr. Wienhardt, der auch theologische Gedanken und Begründungen deutlich machte, ging die Begegnung in das Thema über: „Was bleibt? Was ändert sich? Wie sieht die konkrete Situation aus?“

Affalterbach und Haimpertshofen bringt 358 Katholikinnen und Katholiken, Gundamsried und Kleinreichertshofen 152, Uttenhofen 317, Pfaffenhofen mit Angkofen 8.647 derzeitige Kirchenmitglieder in die neue Gemeinschaft ein, so dass eine Gesamtzahl von 9.474 Frauen und Männern, Kindern und Jugendlichen entsteht. Dabei bleiben die Pfarrgemeinden und Kirchenstiftungen selbständig, ebenso die Pfarrgemeinderäte. Neu entstehen wird ein so genannter Pastoralrat, der angesichts der bevorstehenden Pfarrgemeinderatswahlen im kommenden Frühjahr aber erst nach erfolgter Neuwahl personell ausgestattet werden soll.

Zentrales Pfarrbüro, und damit erster Ansprechpartner für alle Anliegen, ist in Pfaffenhofen, Scheyerer Straße 4 (Tel. 08441-80090). Leider war aus Pandemie-Gründen keine große Gemeindeversammlung möglich. Notwendige Informationen werden aber gerne an die Öffentlichkeit gebracht. Sowohl dieser Artikel, wie auch eine Pressemeldung, die zu Beginn der Pfarreiengemeinschaft erscheinen wird, sind bitte in dieser Richtung zu verstehen.

Pfarrer Miorin deutete gegen Ende der Versammlung an, dass es ihn freuen würde, die einzelnen Ortsteile mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Mesner, PGR, KV, etc.) kennenlernen zu dürfen. Dies ist für einige Ortsteile auch schon geschehen. Das Koordinationsteam, bestehend aus den Teilnehmenden dieser Sitzung, begleitet den Weg in die Pfarreiengemeinschaft. Wenn Sie Anliegen, Bedenken, Wünsche, Ideen, Hoffnungen oder Befürchtungen haben, bitte sprechen Sie „Ihre Leute“ vor Ort einfach an. Diese werden die gewünschten Punkte sicher bei der nächsten Runde einbringen.

Am 9. Juni 2021, 18.30 Uhr, traf sich Dr. Wienhardt dann mit den Verantwortlichen aus „den neuen Gemeinden“. In offener Runde wurde mit ihm die Situation vor Ort, laufende, bedeutende Projekte und Schwerpunkte, Erwartungen und Wünsche, dringende Handlungsfelder diskutiert. Um 20 Uhr kamen dann die „Pfaffenhofener“, die hauptberuflichen pastoralen Mitarbeitenden und Pfarrer Miorin dazu. Wichtige Traditionen, gottesdienstliche Feiern, die gute Zusammenarbeit mit den jeweils örtlichen Vereinen, die Sorge um junge Familien, um Kinder und Jugendliche, die konkrete Gestaltung der künftigen Gottesdienstordnung, Möglichkeiten der „MessBestellung“, u. v. a. m. wurden besprochen, fotografisch festgehalten, damit ja nichts in Vergessenheit gerät. Alles geschah in sehr wohlwollender, offener Atmosphäre, die Vertrauen in eine gute Zukunft wachsen lässt.

Die Gottesdienstordnung wird ab September, mit wenigen, durch Urlaub begründeten Startschwierigkeiten, folgendermaßen aussehen:

Samstagabend:
18.30 Uhr Vorabendmessfeier in der Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist
18 Uhr oder 19 Uhr, im jahreszeitlichen Wechsel, Vorabendmessfeiern in Angkofen, Gundamsried, Haimpertshofen, Kleinreichertshofen, jeweils abwechselnd. Bei fünf Samstagen im Monat könnte auch die Kirche in Griesbach oder Kapellen anderer Ortsteile eingebunden werden.

Sonntag:
07.00 Uhr Messfeier in der Stadtpfarrkirche
08.30 Uhr Pfarrgottesdienst in der Stadtpfarrkirche (Pfr. Schmidt)
08.30 Uhr Messfeier in Affalterbach oder Uttenhofen
10.00 Uhr Messfeier in Affalterbach oder Uttenhofen (im wöchentlichen Wechsel, unterbrochen von Patroziniumsfeiern oder Vereinsfesten in allen Ortsteilen)
10.30 Uhr Messfeier in der Stadtpfarrkirche
18.30 Uhr Abendmesse in der Stadtpfarrkirche

Montag:
08.00 Uhr Laudes – Morgenlob in der Stadtpfarrkirche
08.30 Uhr Messfeier in der Stadtpfarrkirche
19.00 Uhr Abendmesse wäre möglich Dienstag
08.00 Uhr Messfeier in der Stadtpfarrkirche
19.00 Uhr Abendmesse in Kleinreichertshofen

Mittwoch:
18.30 Uhr Abendmesse mit Aussetzung in der Stadtpfarrkirche
19.00 Uhr Abendmesse in Affalterbach

Donnerstag:
15.00 Uhr Messfeier in der Stadtpfarrkirche (Winterhalbjahr)
19.00 Uhr Messfeier in der Friedhofskirche (Sommerhalbjahr)
19.00 Uhr Abendmesse in Gundamsried bzw. Haimpertshofen im Wechsel

Freitag:
08.00 Uhr Messfeier in der Stadtpfarrkirche (Pfr. Schmidt)
19.00 Uhr Abendmesse in Uttenhofen (Kaplan: freier Tag)

Selbstverständlich werden wir für die Feiertage entsprechende Gottesdienstordnungen „erfinden“. Es soll in den Tagen um Allerheiligen auch kein Friedhof „ungesegnet“ bleiben. Bitte haben Sie ein wenig Geduld. Wir sind alle sehr zuversichtlich. Es wird schon werden. Selbstverständlich werden auch überall Maiandachten, Kreuzweggebete, Rosenkranzandachten, etc. gefeiert werden. Die genauen Zeiten werden wir rechtzeitig besprechen.

Zur Kinderkirche oder Kleinkinderkirche in der Stadtpfarrkirche sind Kinder, Eltern und Großeltern aus allen Gemeindeteilen herzlich eingeladen. Was sich an Familiengottesdiensten,
etc. in den Ortsteilen ergibt, werden wir sehen. Für Messbestellungen haben wir Briefkuverts mit Bestellbogen vorbereitet. Diese liegen in allen Kirchen aus, können dort mitgenommen werden und entweder in den Pfarramtsbriefkasten in Pfaffenhofen eingeworfen oder in den Sakristeien abgegeben werden. Den Damen im Pfarrbüro wäre es eine große Hilfe, wenn Sie Ihre Wünsche in dieser Hinsicht langfristig mitteilen, damit Ihr Anliegen oder die Namen Ihrer Verstorbenen auch im jeweiligen, dann regelmäßigen Gottesdienstanzeiger enthalten ist. Aber auch das wird sich einspielen.

Wir haben eine Vielzahl von Patrozinien:

  • St. Johannes Baptist, Stadtpfarrkirche – 24. Juni
  • St. Johannes Evangelist, Angkofen – 27. Dezember
  • St. Stephanus, Haimpertshofen – 26. Dezember
  • St. Germanus, Gundamsried – 28. Mai
  • St. Ulrich, Kleinreichertshofen – 4. Juli
  • St. Peter, Griesbach – 29. Juni
  • St. Sebastian, Uttenhofen – 20. Januar
  • St. Michael, Affalterbach – 29. September.

Die Pfarreiengemeinschaft wird sicherlich manchen Synergie-Effekt mit sich bringen. Gottesdienste können gemeinsam vorbereitet – und dann in unterschiedlichen Ortsteilen gefeiert
werden. Das Wort-Gottes-Feier-Team wird ganz sicher nicht arbeitslos – und ganz sicher geht auch kirchenmusikalisch das Eine oder Andere zusammen. Vielleicht bringen wir auch einen „Adventsweg“ zusammen, Angebote, die Leute zum Entdecken der vielen, schönen, kleinen und größeren Kirchen unserer neuen PG locken, außerhalb der festen sonn- oder werktäglichen Gottesdienstzeiten … Mal sehen!

Den KOMPASS gibt es in der Regel vier Mal jährlich. In jeder Ausgabe soll Platz für die einzelnen Gemeindeteil sein. Wir werden zur Mitarbeit im Redaktionsteam einladen und von diesem Team her dann auch abfragen, wer etwas beizusteuern hat. „Informationen zum Gemeindeleben“ werden über die Gottesdienstordnung und andere Termine berichten.

Und vielleicht gelingt es uns ja im Lauf der Zeit auch manche gemeinsame Unternehmung zu starten, sei es auf ökumenischer Basis, für besondere Altersgruppen (die Senioren haben sich
ja schon mal besucht, gemeinsam Maiandacht gefeiert und Kaffee getrunken), etc. Und auch im Bausektor, so haben die Kirchenpfleger berichtet, gibt es Manches zu tun. Es wird uns also allen ganz sicher nicht langweilig.

Ich wünsche uns allen einen guten Beginn und dann ein fruchtbares Miteinander. Den Eröffnungsgottesdienst für unseren gemeinsamen Weg feiern wir am Sonntag, den 17. Oktober 2021 um 10 Uhr – auf dem Sportplatz in Uttenhofen. Danke dem Sportverein für das Entgegenkommen und Überlassen des Platzes für diese gottesdienstliche Feier! Danke Herrn Stolz für die rasche Organisation!

Ich habe schon bei verschiedenen Anlässen deutlich gemacht, dass ich zwei beliebte „Heilige“ gar nicht mag: den hl. OIWEI und den hl. NO NIE NET. Wir machen uns auf den Weg in die Zukunft. Da hindern manche Dinge, die „oiwei“ schon so gewesen sind, die es „no nie net“ gegeben hat. Und auch die Ausrede oder Feststellung: „Des mögen die Leit bei uns net!“, hat bei mir nur schwache Argumente.

Schließen möchte ich mit einem kurzen Gebet, das uns immer wieder begleiten und ermutigen möge:

Du Gott des Aufbruchs,
segne uns,
wenn wir dein Rufen vernehmen,
wenn deine Stimme lockt,
wenn dein Geist uns bewegt
zum Aufbrechen und Weitergehen.

Du Gott des Aufbruchs
begleite und behüte uns,
wenn wir aus Abhängigkeiten entfliehen,
wenn wir uns von Gewohnheiten verabschieden,
wenn wir festgetretene Wege verlassen,
wenn wir dankbar zurückschauen und doch neue Wege gehen.

Du Gott des Aufbruchs,
wende uns dein Angesicht zu,
wenn wir Irrwege nicht erkennen,
wenn uns Angst befällt,
wenn Umwege uns ermüden,
wenn wir Orientierung suchen in den Stürmen der Unsicherheit.

Du Gott des Aufbruchs,
sei mit uns unterwegs zu uns selbst,
zu den Menschen, zu dir.

So segne uns mit deiner Güte,
und zeige uns dein freundliches Angesicht.
Begegne uns mit deinem Erbarmen,
und erleuchte uns mit dem Licht deines Friedens
auf allen unseren Wegen.

Michael Kessler (*1944) – Gotteslob Nr. 13,5

Es grüßt Sie alle, im Namen aller, die an dieser neuen Gemeinschaft konstruktiv mitbauen
Ihr Pfarrer Albert L. Miorin

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