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Weltgebetstag der Frauen 2018

Aus Südamerika kommt das weltumspannende Gebet der Frauen für 2018. Machen wir uns auf in ein Land, das viele von uns bisher nicht mal dem Namen nach kannten: Surinam.

Surinam war 300 Jahre (bis 1975) Kolonie der Niederlande. Dieses kleine Land, halb so groß wie Deutschland, ist das bunteste Fleckchen auf dem südamerikanischen Kontinent. Etwa 500.000 Einwohner hat Surinam, davon leben 90 % in Küstennähe. Mehr als 80 % des Landes besteht aus Regenwald mit mehr als 1.000 Baumarten. Dieser Regenwald wird als einer der letzten unberührten Urwälder sehr geschätzt – ist aber durch Rodungen und illegale Goldminen stark gefährdet. Die typische artenreiche Vielfalt an Tieren und Pflanzen lockt Touristen. Surinam möchte daher den Ökotourismus ankurbeln, um diesen Wirtschaftszweig einträglich zu machen. Und zu entdecken gibt es in dem Land genug; ein Land mit „einer Natur, die dem Paradies nahe
kommt“ (Jerrel Pinas vom WWF).

In Surinam herrscht ein friedliches Nebeneinander der Kulturen und Religionen. 48 % sind Christen, 25 % Hindus, 20 % Muslime; dazu gibt es afrikanische und indigene Naturreligionen. Religiöse Streitigkeiten gibt es kaum. Denn auch wenn sich die Ureinwohner immer wieder gegen die Unterdrückung durch die Weißen zur Wehr gesetzt haben oder Arbeiter gegen schlechte Bedingungen protestieren und nach der Unabhängigkeit verschieden politischen Parteien gegeneinander bewaffnet gekämpft haben – Religion hat dabei nie eine Rolle gespielt.

Seit 1975 ist die Herrnhuter Brüdergemeinde in Surinam vertreten. Sie kümmerten sich zu Beginn um die Ureinwohner und Sklaven. Innerhalb ihrer Möglichkeiten kauften sie versklavte Menschen frei. Sie lehrten sie lesen und schreiben und bildeten sie zu Evangelisten aus. Heute zählt die Brüdergemeinde mehr als 60.000 Mitglieder. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Nachkommen der aus Afrika entführten Menschen. Heute sind diese afrikanisch stämmigen Maroons eine der größten ethnischen Gruppen. Nach dem Ende der Sklaverei (1873) entstand durch Zuwanderung die heutige Muli-Kulti-Gesellschaft, von den Surinamern „Moksi“ (Mischmasch) genannt.

In Surinam sind Frauen das emotionale und wirtschaftliche Zentrum der Familie. Aber die unbezahlte Haus- und Sorgearbeit nimmt zu, denn aufgrund schlechter Gesundheitsversorgung müssen Alte und Kranke zuhause gepflegt werden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bleibt für die meisten Frauen ein unerreichbarer Wunschtraum. Außerdem haben Frauen wesentlich schlechtere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Und wo strukturelle Benachteiligung, konjunkturelle Wirtschaftskrise und traditionelle Geschlechterrollen zusammenspielen, ist es für Frauen extrem schwierig, sich ein eigenes wirtschaftliches Auskommen zu sichern. Die aktuelle Wirtschaftskrise und auch die Zerstörung der Naturschätze trifft die Surinamer hart – auch hier wieder besonders Frauen und Kinder. Die Frauen in Surinam bauen auf unsere Unterstützung. Es geht um die gemeinsame Sorge für die Schöpfung, gegen eine Überordnung von Mann über Frau, Mensch über Natur.

„Gottes Schöpfung ist sehr gut“.

Unter dieses Motto haben die Weltgebetstagsfrauen in Surinam ihren Gottesdienst gestellt. Feiern Sie mit uns den Gottesdienst am Freitag, 2. März 2018 um 19.00 Uhr in der Spitalkirche. Anschließend lassen wir den Abend im Pfarrheim ausklingen.

Ein Zeichen globaler Verbundenheit sind die Kollekten und Spenden zum Weltgebetstag, die Mädchen und Frauen weltweit stärken. Neben der Arbeit von Partnerorganisationen in Afrika, Asien, Europa, dem Nahen Osten und Lateinamerika, werden mit den Geldern zum Weltgebetstag 2018 auch drei Projekte in Surinam unterstützt.

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